Unterricht in Norwegen

Während meines Austauschjahres in Norwegen habe ich den Unterricht in den norwegischen Schulen als sehr viel offener gehalten erlebt als in Deutschland. Ganz davon abgesehen, umfassen die Klassen oft nicht mehr als 10-15 Schüler, was ein sehr enges und freundschaftliches Arbeitsklima schafft. Unterricht, wie wir das kennen, gibt es hier nicht, sondern eher eine Art längerfristige „Freiarbeit“.

Zum Anfang jeder Woche wird ein sogenannter Wochenplan erstellt, bei dem der Unterrichtsstoff der kommenden Woche festgelegt wird. Meistens bekommt man eine Aufgabe, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg bearbeitet werden soll und zu einem bestimmten Termin abgegeben werden muss. Wann man was und wie schnell man das macht, bleibt dabei den Schülern überlassen. Diese Art von Unterricht erfordert zwar einiges an Disziplin, aber es kann auch wirklich Spaß machen, sich mit einem Thema zu beschäftigen, wenn man die Möglichkeit hat, das in seinem eigenen Tempo und auf seine eigene Art und Weise zu machen. Außerdem bereitet diese Art zu Lernen einen bereits auf die Arbeitsweise im späteren Studium vor, bei der man hauptsächlich in Eigenarbeit lernt. Mein Gruppe hatte beispielsweise die Aufgabe eine kurze Präsentation über Hedgefonds Strategien für die anderen Mitschüler vorzubereiten. Für die Aufgabe blieb uns eine Woche Zeit und wir haben uns mit einem Thema auseinandergesetzt, mit dem wir uns vermutlich nicht freiwillig beschäftigt hätten. Gut, Referate über gewisse Themen werden auch in Deutschland als Aufgabe gestellt, in Norwegen stand aber nicht das Thema, sondern die Teamarbeit und vor Allem die Teamfähigkeit an erster Stelle.

Die Lehrer sind sehr nett und stehen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite.

Es gibt auch Prüfungen, die jedoch nicht mit unseren Schulaufgaben vergleichbar sind. Der Stoff ist meistens wesentlich umfangreicher als bei einer Schulaufgabe und am Ende des Schuljahres wird der gesamte Unterrichtsstoff vom ganzen Jahr abgefragt.