Ich wundere mich ja immer wieder, wie unkompliziert mein Schüleraustausch verlaufen ist. Wenn man sich einmal etwas bei anderen umhört, die einen Schüleraustausch machen wollen oder gemacht haben, glaube ich fast, dass es ein Wunder ist, dass mein Jahr in Norwegen so problemlos verlaufen ist.

Was man da von anderen so hört, ist das wohl nicht der Normalfall. Bei den einen machen die Einreisebestimmungen Probleme, bei den anderen passt die Gastfamilie nicht, wieder andere finden sich im Gastland nicht zurecht, werden krank oder haben Probleme mit der neuen Sprache.

Von einigen habe ich gehört, dass die Vorbereitungszeit schwierig gewesen ist, d.h. die Organisation und der Kontakt mit der Gastfamilie und das Lernen der Sprache. Einer hat sich auf seinen Austausch sogar mit einem Englisch Privatkurs vorbereitet. Aber vielleicht lag das auch daran, dass er in England gearbeitet hat und nicht nur in die Schule gegangen ist. In diesem Fall ist es wahrscheinlich wirklich besser einen Sprachkurs vorher zu belegen, in dem man das Nötigste beigebracht bekommt.

Soweit ich das beurteilen kann, ist es auch viel schwieriger einen Austausch in ein englischsprachiges Land zu organisieren, weil vor allem die USA, aber auch Großbritannien immer sehr ausgelastet sind, was Austauschprogramme angeht. Für die Skandinavischen Länder beispielsweise gibt es viel weniger Plätze, aber dementsprechend auch nicht so viele Bewerber, so dass die Wahrscheinlichkeit doch recht hoch ist, einen Austauschplatz bzw. eine Gastfamilie zu bekommen.

Je nachdem, ob der Austausch von einer Organisation oder der Schule abgewickelt wird, kommt es wahrscheinlich auch zu unterschiedlichen Schwierigkeiten oder ist verschieden aufwendig.

Was die Gastfamilie angeht, muss man einfach Glück haben, denke ich, da man das meist nicht wirklich beeinflussen kann. Wenn man sich nicht mit seiner Gastfamilie versteht, erschwert das natürlich den Aufenthalt erheblich, da man sich ja jeden Tag mit den Leuten aufhält. Aber in einigen Fällen ist es wohl möglich, die Gastfamilie zu wechseln, wenn man gar nicht mit der Familie zurechtkommt.

Aber ich bin wirklich froh, dass ich so viel Glück hatte und in eine total nette Familie gekommen bin und mich mit meinem „Gastbruder“ einfach super verstanden habe. Meine Gastmutter hat sich liebevoll und wirklich rührend um mich gekümmert. Sie hatte immer Bedenken, dass mir die Sommerbettdecken zu kalt sind und mich eigentlich jeden Morgen gefragt, ob ich auch gut geschlafen habe und ob ich für die nächste Nacht nicht doch lieber eine wärmere Decke haben möchte, da ich ja das Klima nicht so gewohnt sei. Irgendwann habe ich aufgegeben und der dicken Decke zugestimmt :-) Super klasse waren auch Ihre Kochkünste…oh, da komm ich schon wieder ins schwärmen…aber da könnte ich echt stundenlang berichten.

Auch wenn es vielleicht ein bisschen Glücksspiel ist, wenn man Glück hat, ist ein positiv verlaufener Schüleraustausch wirklich ein Gewinn und eine Erfahrung fürs Leben- bei mir war das zumindest der Fall.

Tipp: Falls doch etwas Unvorhergesehens den Austausch verhindert - Reiseversicherung für Schüler