Asien Reisen
Das Schöne an einem Austausch ist, dass man neben der Kultur und den Leuten des Landes durchaus auch etwas über andere Kulturen lernen oder erzählt bekommen kann. Während meines Aufenthaltes in Norwegen beispielsweise, habe ich an meiner Schule einen norwegischen Jungen kennengelernt, der für einige Zeit (ich glaube ein halbes oder ein ganzes Jahr) einen Austausch mit China gemacht hat. Wir sind oft ins Gespräch gekommen und haben uns über unseren Austausch unterhalten und warum ich nach Norwegen und er nach China reisen wollte und was wir für Erfahrungen sammeln konnten (bzw. ich zu diesem Zeitpunkt sammeln konnte). Diese Gespräche waren durchaus aufschlussreich.
Im Gegensatz zu meinen Vorbereitungen auf das Austauschjahr, das ich persönlich schon als relativ anstrengend empfand (packen, Leute verabschieden, noch mehr packen, usw.), waren die Vorbereitungen von Lars (so hieß der Junge) noch um einiges aufwändiger als meine eigenen. Für einen Austausch mit China muss man oft bereits im eigenen Heimatland schon einen Sprachkurs belegen, in dem man schon einmal einen wichtigen Teil des Grundwortschatzes lernt und anfängt sich mit der chinesischen Schrift auseinanderzusetzen. Das stelle ich mir ganz schön anstrengend vor, da die chinesische Sprache und Schrift ja in absolut gar nichts unserer (bzw. der norwegischen Sprache) ähnelt. Ich habe mir lediglich im vor meiner Abreise nach Norwegen ein Buch mit dem Grundwortschatz Norwegisch und ein Wörterbuch gekauft. Lars hat aber erzählt, dass man in der Anfangszeit auch mit Englisch in China weiter kommt, sich aber besser schon bald an das Chinesische halten sollte.
Das chinesische Schulsystem ist scheinbar recht streng und viele Schüler sind in Internaten untergebracht; das scheint dort überhaupt nichts Besonderes zu sein, wie bei uns.
Die Schüler und Schülerinnen in China tragen alle eine Schuluniform, das ist dort völlig normal und steht überhaupt nicht zur Diskussion.
Das schulische „Programm“ scheint sehr straff organisiert zu sein und fängt bereits um 7:00 in der Früh an (für mich unvorstellbar!) mit Frühsport an. Insgesamt geht der Unterricht mit einer Mittagspause bis 17.00. Und danach stehen noch die Hausaufgaben an. Lars zufolge sind die Schüler in China sehr fleißig und lernen bis mitten in der Nacht, da es vollkommen normal ist, dass sie, wenn sie je nach ihrer erreichten Punkteanzahl (ähnlich wie Noten bei uns) entweder in eine bessere oder schlechtere Schule gehen müssen. Es soll sogar öfter vorkommen, dass die Schüler auch Samstags in die Schule gehen.
Also, ich glaub für mich wäre nach Asien Reisen nichts, aber Lars hat es wohl ganz gut gefallen und empfiehlt es auch weiter, allerdings nur für diejenigen, die bereit sind sehr viel Zeit mit schulischen Aktivitäten zu verbringen.